WO INKLUSION GEDEIHT

Bersenbrücker Grund- und Paul-Moor-Schule kooperieren im Garten

 

Bild: Zusammen gestalten die Kinder der Grund- und der Paul-Moor-Schule ihren gemeinsamen Garten. Foto: Elisabeth Schomaker/HpHr-

 

Bersenbrück. Dadurch, dass die Paul-Moor- und die Grundschule Bersenbrück einen gemeinsamen Schulgarten betreiben, gedeiht auch die Inklusion. Bei der gemeinsamen Arbeit in der Natur werden Hemmschwellen schnell abgebaut.

Arbeitseinsatz im gemeinsamen Schulgarten der Paul-Moor-Schule und der Grundschule Bersenbrück: „Das riecht ja nach Currywurst“, sagt ein Zweitklässler und schnuppert verwundert an dem Blumentopf mit Currykraut in seiner Hand. Seine Mitschüler und er hocken in den Knien und bearbeiten den Boden im Beet vor ihnen. Sie lockern die Erde, rupfen Unkraut und pflanzen Kräuter, Stauden und Setzlinge ein.  

Die Schüler machen den Garten fit für den Frühling. Unterstützt werden sie dabei von Ronald Siegmund-Stuckenberg von der Biologischen Station Haseniederung. Er zeigt den Schülern, wie sie die Erdbeeren am besten einpflanzen können und lässt sie an verschiedenen Kräutern riechen. Die Kinder sind erstaunt, wenn sie einen Geruch oder Geschmack, den sie aus ihrem Alltag kennen, an einer Pflanze im Kräuterbeet wiederfinden: Die Pfefferminze erinnert an Zahnpasta, der Lavendel an Seife und der Knoblauch an Papas Knoblauchpaste, die er abends so gerne aufs Brot schmiert.

Schulgarten wird zum Begegnungsraum

Bei der Arbeit im Schulgarten können die Kinder Natur mit allen Sinnen erleben: den Duft von frischem Thymian, den süßen Geschmack der Erdbeeren, das Summen der Bienen und die Wärme von frischem Kompost. Die Schüler beobachten, staunen und erforschen, sie gestalten, arbeiten und genießen und haben so einen Ausgleich zum kognitiven Lernen. Das Besondere: Schüler der Paul-Moor-Schule und der Grundschule gehen gemeinsam auf Entdeckungsreise. Der Schulgarten wird zum Begegnungsraum für Kinder mit und ohne Handicap.„Unser Schulgarten ist ein tolles Projekt für Inklusion. Die Kinder arbeiten gemeinsam an einer Sache, und zwar regelmäßig. So werden Berührungsängste abgebaut“, sagt Katja Rauf, die Schulleiterin der Grundschule. Auch Axel Wichmann, Leiter der Paul-Moor-Schule, betont den Mehrwert des Projekts: „Unsere Schüler begegnen sich im Schulgarten auf Augenhöhe. Die Arbeit ist frei von Konkurrenz und Vergleich. Jeder kann seine Fähigkeiten einbringen und Erfolge haben. Das stärkt das Selbstbewusstsein.“

Erfolg und Misserfolg gemeinsam erleben

Erfolge und Misserfolge werden von allen gemeinsam erlebt. Über die süßen Erdbeeren freut sich die ganze Gruppe, so wie sich alle über die Schnecken ärgern, die vom Salat nichts übrig lassen.

Finanziell unterstützt wird der Schulgarten von der Niedersächsischen Bingo-Umweltstiftung sowie von Unternehmen aus der Region. Die Pflanzen sind Spenden vom Spargel- und Erdbeerhof Geers und der Bio-Baumschule Geers. Auch die Eltern der beiden Schulen sind in das Projekt eingebunden. Im Februar pflasterten sie die Umrandung der Beete, damit der Garten auch für Rollstuhlfahrer zugängig ist.

Und noch etwas lehrt der Schulgarten: Geduld. Denn lange und sehnsüchtig haben die Schüler auf die reifen Erdbeeren gewartet: „Ich freue mich schon“, sagt eine Schülerin. „Denn jetzt können wir endlich Erdbeermarmelade machen und Erdbeerkuchen und Erdbeereis. Lecker!“

 

(Text und Bilder: Bersenbrücker Kreisblatt)