Sinfonie in Holz und GlasTag der Architektur: Grundschule Bersenbrück

Sinfonie in Holz und Glas: Blick in die neue Mensa der Grundschule.

(Foto: Liesel Hoevermann)

 

Bersenbrück. Kommenden Sonntag ist Tag der Architektur. In Osnabrück und im Osnabrücker Land hat die Architektenkammer Niedersachsen vier herausragende Bauprojekte ausgesucht. Das einzige davon im Nordkreis ist die Grundschule Bersenbrück.

Zum zweiten Mal in seiner Amtszeit hat es die Samtgemeinde Bersenbrück als Bauherr in die illustre Liste geschafft, zu der in diesem Jahr 112 Bauprojekte in ganz Niedersachsen und Bremen gehören. Horst Baier führt das darauf zurück, dass die Samtgemeinde ihren großen Projekten stets einen Architektenwettbewerb vorschaltet. „Die sind aufwendig, aber es lohnt sich“, sagt der Samtgemeindebürgermeister. So wurde die Turnhalle in Gehrde nicht nur erste Passivhaus-Sporthalle im Osnabrücker Land, sie hat auch ihren ästhetischen Reiz.

Über einen Architektenwettbewerb kam 2013 auch Axel Mutert mit seinem Architektenbüro in Bramsche mit der Grundschule Bersenbrück in Kontakt. Die größte Grundschule der Samtgemeinde mit 400 Schülern war vor 40 Jahren gegründet und immer wieder umgebaut und erweitert worden. Über einen zu kleinen Parkplatz betrat man sie durch einen dunklen Flur auf der einen Seite, ihr Schulleben fand auf der anderen Seite statt. Die Wärmedämmung ließ zu wünschen übrig, auch der Brandschutz musste dringend aktualisiert werden, stellte sich im Laufe der Arbeiten heraus. Diese Schule vom Kopf auf die Füße zu stellen war eine Herausforderung für den Architekten.

 

Garten der Stille

Mutert löste sie mit seinem Team und der Samtgemeinde („Man braucht einen Bauherrn, der Mut hat“) in zwei Schritten.

Zuerst kam der Mensa-Anbau, eine Sinfonie in Glas und Holz. Die Schule verfügt nun über eine Mensa, die die Schüler lieben. Sie hat mehr Platz für die Ganztagsbetreuung. Sie kann den Speiseraum als Aula nutzen, er taugt auch für Veranstaltungen außerhalb der Schulzeit.

Im zweiten Schritt gestaltete Mutert den Altbau um. Selbst der Verwaltungstrakt war nicht mehr zeitgemäß. Der Architekt gewann Platz, indem er das Lehrerzimmer „wie eine Schublade herauszog“.

Zweites Glanzstück dieses Relaunchs war die Dämmfassade, die mit ihren fröhlichen Signalfarben Gelb, Grün und Ocker weithin davon kündet, dass dies ein Gebäude für Kinder ist.

Im Innern werden die Farben zu einem Leitsystem, führen in Verbindung mit Symbolen zu Klassenzimmern und anderen Räumen, auch ein „Garten der Stille“ gehört dazu.

Neben den Türen sorgen Fensterwände für einen offenen Blick in die Klassenräume. Das Prinzip der Offenheit, der Transparenz findet sich überall wieder, im Großen wie im Kleinen. Das Schulleben richtet sich zur Südseite aus, zum Eingang, wo ein neuer Kiss-and-Ride-Parkstreifen für sichere An- und Abfahrt sorgt. Im Lehrerzimmer gibt es gemütliche Sitzecken vor dem Panoramafenster. Wer sich hier niederlässt, zur Besprechung oder zum Entspannen, kriegt alles mit, ist mittendrin, nicht im Abseits.

(Text und Bilder: Bersenbrücker Kreisblatt)