Grundschule wird Ganztagsschule
Bersenbrück: Lichtbombe im Flur

Ein Mensagebäude (links) soll die Grundschule Bersenbrück ergänzen. Blick von der Bramscher Straße aus. Zeichnung:

Architekturbüro Mutert

Der Mutert-Entwurf sieht ein lichtes Mensagebäude in der Nordwestecke des Schulgrundstücks vor, wo bislang Klassencontainer aufgestellt waren. Dies berichtete Jörn Witte in einer Sitzung des Bauausschusses am Dienstagabend in Bersenbrück. Das Altgebäude soll an dieser Seite einen neuen Zugang erhalten, der den Haupteingang an der Südseite ablöst. Dort führt der Weg nämlich an Klassenräumen vorbei. Jeder Besucher auf dem Gang sorgt für Lärm und Unruhe, die den Unterricht stören können.
Am Busrondell vor dem Südeingang schlagen die Planer einen Kreisverkehr vor, mit dem der an- und abfahrende Verkehr verteilt wird. Es gibt getrennte Zufahrten für Busse, für die Lehrerparkplätze an der Rückseite, den Lieferverkehr zu Mensa, eine An- und Abfahrt mit Kurzzeitparkplätzen für Eltern, die ihre Kinder mit dem Pkw zur Schule fahren.
Zwischen Mensa und Hauptgebäude wäre Platz für ein „grünes Klassenzimmer“ im Freien und einen „Hof der Stille“ als vielseitig nutzbaren Außenbereich. Im Altbau soll das Lehrzimmer vergrößert werden, indem seine Fensterfassade nach außen geschoben wird. Der im Keller gelegene Werkraum erhält einen nach oben offenen Außenraum, der über eine Treppe zugänglich ist. Mehr Platz und Tageslicht wären die Vorteile. Mehr Tageslicht für die dunkle Schulaula soll ein Durchbruch in der Decke auf Höhe des Flurs im ersten Stock bringen. So könnte Tageslicht aus den Lichtkuppeln auf dem Flachdach bis ins Erdgeschoss dringen. „Lichtbombe“ nennen die Planer ihre Schöpfung.
Ob und wie die Ideen umzusetzen sind, muss die Ausführungsplanung zeigen. An der sollen auch die Schulgremien beteiligt werden.
Michael Johanning (CDU) enthielt sich in der Abstimmung und nannte es „erschütternd“, dass der Entwurf für die Mensa den Budgetrahmen von 1,2 Millionen Euro überschreite. Und die Parkplätze und Wege seien in die Kostenkalkulation gar nicht einbezogen. Steigende Baupreise machen Kommunalpolitikern und Bauverwaltung zunehmend Sorgen.
Die Außenanlagen seien nicht Teil des Wettbewerbs gewesen, sondern eine Zugabe, erwiderten Bauamtsleiter Reinhold Heidemann und Bauingenieur Jürgen Brockmann. Und exakte Kosten ließen sich erst aus der Ausführungsplanung ableiten, nicht aus dem Entwurf. Das Büro Mutert schätzt die Gesamtkosten aufgrund von Erfahrungen aus ähnlichen Projekten auf 1,65 Millionen Euro ein und bleibt damit unter dem Gesamtrahmen von 1,7 Millionen Euro.
Ob das bei den Entwürfen des Büros Ahrens und Pörtner aus Hilter und des Ankumer Planers Ludger Frye ebenfalls der Fall sein dürfte, dahinter stand in dieser Sitzung ein Fragezeichen. Heidemann und Brockmann stellten die platzierten Entwürfe aus dem Wettbewerb kurz vor und zeigten, dass sie aufwendig sind, weil sie erheblich mehr Änderungen am Altbau vorsehen. Ahrens und Pörtner zum Beispiel schlagen ein „Beiboot“ vor, einen neuen Gebäudeflügel fast so lang wie der Altbau, und mit diesem an zwei Stellen verbunden. Im Wettbewerb vergab die Jury neben den Hauptpreisen einen Anerkennungspreis für den Vorschlag des Architektenbüro Reinders aus Osnabrück.

(Quelle: Bersenbrücker Kreisblatt 20.11.2013)